Einsingen ist gut und wichtig

Es ist unglaublich, aber wahr: viele Chöre – besonders auf dem Land – verzichten heutzutage immer noch auf das Einsingen. Dabei ist das Einsingen elementarer Bestandteil einer regulären Chorprobe. Viele Chorleiter fragen sich, warum denn das Einsingen so wichtig ist. Gegenfrage: gehen Sie zum Sport, ohne sich aufzuwärmen? Gehen Sie auf eine Reise, ohne einen Koffer zu packen? Alles, was gut gemacht sein soll, bedarf einer guten Vorbereitung. Und das betrifft natürlich auch eine Chorprobe. Ohne das Einsingen sind die Sänger stimmlich nicht in der Lage, die einzuübenden Stücke zu singen. Natürlich, antwortet der rebellische Chorleiter. Das stimmt schon, doch ohne Einsingen läuft man Gefahr, dass die Stimmen der einzelnen Chorsängerinnen und Chorsänger dauerhaft Schaden nehmen. Das Einsingen hat aber nicht nur stimmliche Vorteile: in der Regel kommen die Chorsängerinnen und Chorsänger aus einem bewegten Alltag und freuen sich auf die Chorprobe. Doch meistens braucht es eine kurze Übergangszeit, bis man “angekommen” ist. Das Einsingen erfüllt also auch durchaus psychologische Zweck, sodass man den Chorsängerinnen und Chorsänger die Zeit lässt, gedanklich, physisch und psychisch in der Chorprobe anzukommen.

Wer das Einsingen gut macht, stärkt in seinem Chor auch das Gemeinschaftsgefühl und sorgt für gute Laune zu Beginn einer Chorprobe. Was also will man mehr?

Aber wie gelingt ein sinnvolles und wirksames Einsingen? Beim Einsingen gibt es fünf Punkte, die man in dieser Reihenfolge beachten sollte:

1.) Der Körper sollte für das Singen vorbereitet werden. Einfache Lockerungsübungen, leichte Gymnastik und ein bisschen Bewegung fördern die Durchblutung, machen wach und stärken die Konzentration.

2.) Die Atmung wird aktiviert, das Zwerchfell wird in Schwingung versetzt, der Körper erhält genügend Sauerstoff, um die folgende Chorprobe durchzuhalten.

3.) Mit leichten Summ-Übungen und langen Haltetönen wird die Stimme “geweckt” und damit für die folgende Chorprobe vorsichtig angewärmt.

4.) Der Stimmumfang wird erweitert, indem hohe und tiefe Töne gesungen werden. Diese Töne sind am besten in Lockerungsübungen verpackt und beziehen sich im Idealfall auf eines der folgenden Stücke, das geprobt werden soll.

5.) und letztens: Vom Einsingen wird ein lockerer und charmanter Übergang in die Chorprobe herbeigeführt. Am besten geschieht das mit einem einfachen Kanon, mit einer angekündigten Schlussübung oder mit einem einfachen Lied aus dem Repertoire. Fragen Sie immer bei den Sängerinnen und Sängern nach, inwiefern diese Übungen für Sie nützlich und hilfreich sind! Im Lauf der Zeit wird sich so das perfekte Einsingen für den Chor herauskristallisieren. Auch wenn die Sänger schimpfen, dass ein singen gehört zur Chorprobe dazu und sollte mindestens ein 15 Minuten in Anspruch nehmen.

Haben Sie gute Einsingübungen aus Ihrem Erfahrungsschatz? Teilen Sie sie doch hier mit allen anderen Chorleiterinnen und Chorleitern! Wir freuen uns darauf!

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