Chöre in der Krise

Es ist ein Jammer: Die Noten verstauben im Schrank, Chorsängerinnen und Chorsänger (und ihr Publikum) bleiben zuhause auf dem Sofa, die Konzertsäle bleiben leer. Die derzeitige Pandemie trifft nicht nur die Wirtschaft hart, auch das Kulturleben wurde zu einem kompletten Stillstand verdammt. Zurecht, sagen die einen – wie wird das weitergehen?, fragen die anderen. Nicht nur wirtschaftlich gesehen stehen besonders die kleinen Chöre am Scheideweg zwischen Neuanfang und Auflösung, auch die Mitglieder werden ängstlicher und kritischer, viele haben sich bereits während der Zwangspause abgemeldet und wollen nicht mehr in einem kleinen Raum mit vielen anderen Sängerinnen und Sängern proben.

Über 4.000 Chöre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben im März 2021 an einer Befragung zu den Auswirkungen der Pandemie auf ihre Aktivitäten und Strukturen teilgenommen. In der Mai-Ausgabe der neuen musikzeitung präsentieren die Autor*innen der so genannten „ChoCo-Studie“ die ersten Ergebnisse und lassen nichts Gutes erahnen.

Doch Trübsal blasen bringt in diesem Zusammenhang nichts. Das Chorleben wird weitergehen – sicherlich anders als vorher, aber die Menschen werden ewig singen. Fragt sich nur, in welcher Form. Die Krise, die hoffentlich bald Geschichte sein wird, wird ihre Spuren hinterlassen. Gerade dies sollte aber eine Mahnung sein, die bisherigen Strukturen zu überdenken und sich vielleicht auf einen Neuanfang einzustellen – ein Neuanfang, der auch Chancen bietet.

In diesem Zusammenhang scheint es jetzt wichtig, den Kontakt zu den Chorsängerinnen und Chorsängern aufrecht zu erhalten. Andere Aktivitäten, die die Gemeinschaft pflegen und das Miteinander unterstützen, lassen sich auch zu Coronazeiten aufrecht erhalten. Plattformen wie Jitsi oder Zoom laden ein, dass man sich schnell und unkompliziert auch in grösseren Gruppen mal wieder austauschen kann (singen ist auf diesen Plattformen wegen leichter zeitlicher Verzögerungen der Übertragung fast nicht möglich). Für die Chorleiterin oder den Chorleiter ist jetzt enorme Kreativität angesagt: Wie kann ich meine Sängerschar zusammenhalten? Wie schaffe ich es, meinen Sängerinnen und Sängern die Angst vor den zukünftigen Proben zu nehmen? Kann ich jetzt schon wieder ein Konzert planen, in dieser unsicheren Zeit?

Sicherlich ist es zur Zeit keine schlechte Idee, den Sängerinnen und Sängern kleine Aufgaben zu geben, die im besten Fall auch das zukünftige gemeinsame Singen unterstützen. Ziel könnte beispielsweise sein, dass alle Chormitglieder in der Pandemiezeit das Notenlesen zuhause lernen. Im herrmannmusik-verlag finden Sie hierzu einen Online-Kurs, der exakt auf die Bedürfnisse von Chorsängerinnen und Chorsänger im Laienbereich zugeschnitten ist. Der Kurs besteht aus einem Arbeits- und Übungsheft (PDF zum Download, mit Lösungen) und sieben kurzen unterhaltsamen Lehrvideos, die locker und unterhaltsam die Lehrinhalte erklären. Ebenso besteht die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen. Wenn Sie als Chorleiter es schaffen, dieses Projekt gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern anzugehen, dann schaffen Sie damit ein Gemeinschaftsgefühl, das gleichzeitig auch noch die Skills Ihrer Chormitglieder steigert! Na, dann: Worauf warten?

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